Knochendichte-Messung (DXA-Messung)

Die Knochendichtemessung mittels DXA (Dual-Röntgen-Absorptiometrie), auch Osteodensitometrie genannt, ist das empfohlene Standardverfahren zur Beurteilung der Knochendichte. Sie wird insbesondere eingesetzt, wenn ein erhöhtes Risiko für Osteoporose oder osteoporosebedingte Knochenbrüche besteht. Im ROC in Aschheim bei München bieten wir diese präzise Untersuchung an, um Knochenschwund frühzeitig zu erkennen und gezielte Maßnahmen zur Prävention oder Behandlung einzuleiten. Die Messergebnisse werden nicht isoliert betrachtet, sondern gemeinsam mit möglichen Risikofaktoren, Vorerkrankungen, Medikamenten und bisherigen Knochenbrüchen ärztlich eingeordnet.

Was ist Osteoporose?

Osteoporose ist eine chronische Erkrankung des Skeletts, bei der die Knochendichte und -struktur allmählich abnimmt. Dadurch werden die Knochen porös, instabil und anfälliger für Brüche – insbesondere an Hüfte, Wirbelsäule und Handgelenk.

Die Erkrankung entwickelt sich häufig über längere Zeit ohne eindeutige Beschwerden. Mögliche Hinweise können ein Knochenbruch nach einer vergleichsweise geringen Belastung, ein Verlust an Körpergröße, ein zunehmender Rundrücken oder plötzlich auftretende Rückenschmerzen sein.

Ursachen und Risikofaktoren für Osteoporose

Osteoporose entsteht, wenn das natürliche Gleichgewicht zwischen Knochenaufbau und -abbau gestört ist. Ab etwa dem 35. Lebensjahr überwiegt der Knochenabbau langsam den Aufbau. Bei Osteoporose erfolgt dieser Prozess jedoch beschleunigt.

Häufige Risikofaktoren sind:

  • Genetik: Eine familiäre Vorbelastung erhöht das Risiko.
  • Alter & Geschlecht: Frauen nach der Menopause sind besonders gefährdet, da der Östrogenspiegel sinkt.
  • Lebensstil: Bewegungsmangel, unzureichende Kalzium- und Vitamin-D-Zufuhr sowie Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum begünstigen Knochenschwund.
  • Erkrankungen & Medikamente: Rheuma, Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes oder langfristige Kortisontherapie können Osteoporose begünstigen.

Symptome – oft bleibt Osteoporose unbemerkt

Osteoporose entwickelt sich schleichend und bleibt oft lange unentdeckt, weil sie anfangs keine Schmerzen verursacht. Erst wenn die Knochen stark geschwächt sind, kann es zu:

  • Rückenschmerzen durch Wirbelkörperbrüche kommen,
  • Haltungsveränderungen (Rundrücken, Größenverlust) führen,
  • Spontanen Knochenbrüchen ohne größere Belastung kommen.

Deshalb ist eine frühzeitige Diagnose entscheidend!

Wann ist eine Knochendichtemessung sinnvoll?

Eine DXA-Messung kann sinnvoll sein, wenn ein erhöhtes Osteoporose- oder Frakturrisiko besteht. Mögliche Gründe beziehungsweise Risikofaktoren sind:

  • ein Knochenbruch nach einem vergleichsweise leichten Sturz
  • bekannte Osteoporose oder Osteopenie
  • höheres Lebensalter
  • Osteoporose oder Hüftfrakturen in der Familie
  • eine längerfristige Behandlung mit Kortison
  • entzündlich-rheumatische Erkrankungen
  • bestimmte hormonelle oder stoffwechselbedingte Erkrankungen
  • Untergewicht oder eine Mangelernährung
  • ein nachgewiesener Vitamin-D-Mangel, insbesondere in Verbindung mit weiteren Risikofaktoren
  • Rauchen oder ein hoher Alkoholkonsum
  • wiederholte Stürze
  • ein deutlicher Verlust an Körpergröße
  • Rundrücken oder der Verdacht auf Wirbelkörperfrakturen
  • die Kontrolle einer bereits behandelten Osteoporose

Ob eine Knochendichtemessung im individuellen Fall medizinisch sinnvoll ist, wird anhand des gesamten persönlichen Risikoprofils beurteilt.

Wie läuft die Knochendichtemessung ab?

Die Knochendichtemessung (DXA-Messung) ist schmerzfrei und dauert in der Regel nur wenige Minuten. Während der Untersuchung liegen Sie entspannt auf einer Untersuchungsliege. Das DXA-Gerät ermittelt mithilfe niedrig dosierter Röntgenstrahlung die Knochendichte an der Lendenwirbelsäule und der Hüfte.

Die Untersuchung erfolgt in vier Schritten:

  1. Zunächst besprechen wir mögliche Risikofaktoren, Vorerkrankungen, Medikamente und frühere Knochenbrüche.
  2. Anschließend werden Sie auf der Untersuchungsliege passend positioniert.
  3. Das DXA-Gerät misst die Knochendichte an den vorgesehenen Körperregionen.
  4. Danach werden die Messwerte ärztlich ausgewertet und gemeinsam mit Ihrem persönlichen Frakturrisiko eingeordnet.

Was bedeuten T-Score und Z-Score?

Das Ergebnis der Knochendichtemessung wird unter anderem als T-Score und Z-Score angegeben.

Der T-Score vergleicht die gemessene Knochendichte mit der durchschnittlichen Knochendichte junger, gesunder Erwachsener. Er wird insbesondere zur Einordnung der Knochendichte bei Frauen nach der Menopause und bei Männern ab 50 Jahren verwendet.

Die Werte werden vereinfacht folgendermaßen eingeordnet:

  • T-Score bis −1,0: Knochendichte im Normbereich
  • T-Score zwischen −1,0 und −2,5: verminderte Knochendichte beziehungsweise Osteopenie
  • T-Score von −2,5 oder niedriger: messtechnischer Hinweis auf Osteoporose

Der Z-Score vergleicht die Knochendichte mit den Werten von Personen gleichen Alters und Geschlechts. Er spielt insbesondere bei jüngeren Patientinnen und Patienten eine Rolle.

Ein einzelner Messwert entscheidet jedoch nicht allein darüber, ob eine Behandlung erforderlich ist. Für die ärztliche Beurteilung werden zusätzlich das Alter, frühere Knochenbrüche, Begleiterkrankungen, Medikamente, Stürze und weitere Risikofaktoren berücksichtigt.

Osteopenie oder Osteoporose: Was ist der Unterschied?

Eine Osteopenie bezeichnet eine Knochendichte, die unterhalb des Normbereichs liegt, aber noch nicht den messtechnischen Bereich einer Osteoporose erreicht. Sie ist nicht automatisch behandlungsbedürftig.

Entscheidend ist das gesamte Frakturrisiko. Zwei Menschen mit demselben T-Score können aufgrund ihres Alters, ihrer Vorerkrankungen oder früherer Knochenbrüche unterschiedlich beurteilt werden.

Bei einer Osteoporose ist die Knochendichte stärker vermindert. Auch hier richtet sich das weitere Vorgehen nicht allein nach dem T-Score, sondern nach der individuellen medizinischen Situation.

Warum ist eine frühzeitige Diagnose von Osteoporose wichtig?

Da Osteoporose lange symptomfrei bleibt, ist eine frühzeitige Diagnose entscheidend. Sie ermöglicht:

  • Prävention von Brüchen durch frühzeitige Behandlung
  • Individuelle Therapieplanung mit Ernährungs-, Bewegungs- und Medikamentenempfehlungen
  • Überwachung der Knochengesundheit für ein aktives Leben

Wird Osteoporose nicht frühzeitig erkannt und behandelt, können schwerwiegende Knochenbrüche auftreten, selbst bei alltäglichen Bewegungen oder leichten Stürzen. Besonders häufig treten Oberschenkelhalsbrüche als Folge von Osteoporose auf, die zu gravierenden körperlichen und seelischen Folgen führen können. Jährlich erleiden in Deutschland rund 160.000 Menschen eine Oberschenkelhalsfraktur – eine Zahl, die aufgrund der steigenden Lebenserwartung in den kommenden Jahren voraussichtlich noch zunehmen wird. Ein Oberschenkelhalsbruch führt oft zu chronischen Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und Verlust der Selbstständigkeit. Viele Patienten sind auf fremde Hilfe angewiesen und können nicht mehr aktiv am Leben teilnehmen.

Um solche schweren Folgen zu verhindern, sollte eine Knochendichtemessung bei Risikogruppen regelmäßig durchgeführt werden.

Ergänzende Osteoporose-Diagnostik

Eine DXA-Messung zeigt die Knochenmineraldichte, erfasst jedoch nicht alle möglichen Ursachen einer verminderten Knochenstabilität. Je nach Befund können deshalb weitere Untersuchungen sinnvoll sein.

Dazu gehören beispielsweise:

  • eine ausführliche Erhebung der Risikofaktoren
  • die körperliche Untersuchung
  • die Beurteilung früherer Röntgen-, CT- oder MRT-Aufnahmen
  • bildgebende Untersuchungen bei Verdacht auf Wirbelkörperfrakturen
  • die Einschätzung von Muskelkraft, Gleichgewicht und Sturzrisiko
  • Laboruntersuchungen des Knochenstoffwechsels

Über unsere orthopädische Labordiagnostik können je nach Fragestellung unter anderem Vitamin D, Parathormon und weitere relevante Laborparameter bestimmt werden.

Was geschieht nach der Knochendichtemessung?

Nach der Messung erhalten Sie eine ärztliche Einordnung Ihrer Ergebnisse. Dabei besprechen wir, ob die Knochendichte im Normbereich liegt, eine Osteopenie besteht oder sich Hinweise auf Osteoporose ergeben.

Abhängig vom persönlichen Frakturrisiko können unterschiedliche nächste Schritte sinnvoll sein. Dazu zählen beispielsweise:

  • eine ausreichende Versorgung mit Kalzium und Vitamin D
  • angepasstes Kraft- und Gleichgewichtstraining
  • Maßnahmen zur Sturzprävention
  • die Behandlung möglicher Grunderkrankungen
  • eine medikamentöse Osteoporose-Therapie bei entsprechender Indikation
  • eine spätere Verlaufskontrolle

Weitere Informationen zu den möglichen Behandlungsbausteinen finden Sie in unserem Ratgeber zur Knochendichtemessung und Osteoporose-Therapie.

Knochendichtemessung bei ROC Ortho

Im ROC verbinden wir die DXA-Messung mit einer orthopädischen Beurteilung des individuellen Frakturrisikos. Bei Bedarf können ergänzende Laboruntersuchungen, bildgebende Verfahren oder funktionelle Untersuchungen direkt in die weitere Diagnostik einbezogen werden.

So erhalten Sie nicht nur einzelne Messwerte, sondern eine medizinische Einordnung und eine Empfehlung für das weitere Vorgehen.

Vereinbaren Sie Ihren Termin zur Knochendichtemessung im ROC in Aschheim bei München!
E-Mail: praxis@roc-aschheim.de
Tel: +49 89 46259930

Unsere Expertin für Osteoporose,
Martina Berger, freut sich auf Sie!

Dr. Martina Berger