EMG (Elektromyographie)

Muskelaktivität messen und Funktionsstörungen erkennen

Muskuläre Beschwerden entstehen nicht immer dort, wo der Schmerz zu spüren ist. Eine erhöhte Muskelspannung, muskuläre Dysbalancen oder eine veränderte Ansteuerung können beispielsweise bei wiederkehrenden Beschwerden und funktionellen Problemen des Bewegungsapparates eine Rolle spielen.

Mit der Elektromyographie (EMG) können wir bei ROC Ortho die elektrische Aktivität ausgewählter Muskeln messen und objektiv darstellen. Die Untersuchung ergänzt die orthopädische Diagnostik insbesondere dann, wenn wir muskuläre Funktionen, Seitenunterschiede und Bewegungsabläufe genauer beurteilen möchten.

Im ROC in Aschheim bei München setzen wir hierfür eine nicht-invasive Oberflächen-Elektromyographie ein. Die Muskelaktivität wird über Elektroden auf der Haut erfasst – ohne Nadeln und ohne Eingriff in das Gewebe.

Was ist eine Elektromyographie (EMG)?

Die Elektromyographie ist ein diagnostisches Verfahren zur Messung der elektrischen Muskelaktivität. Wenn ein Muskel aktiviert wird, entstehen elektrische Signale. Diese lassen sich mithilfe des EMG erfassen und als sogenannte Elektromyogramme darstellen. Bei der Oberflächen-EMG werden Elektroden auf der Haut über den zu untersuchenden Muskeln angebracht. So können wir beispielsweise untersuchen, wie aktiv bestimmte Muskeln in Ruhe sind, wie stark sie bei gezielter Anspannung aktiviert werden und wie sie bei bestimmten Bewegungen zusammenarbeiten. Die Messwerte betrachten wir dabei immer zusammen mit Ihren Beschwerden und dem orthopädischen Untersuchungsbefund.

Wann ist eine EMG-Untersuchung sinnvoll?

Eine Elektromyographie kann die orthopädische Diagnostik ergänzen, wenn wir vermuten, dass muskuläre Dysbalancen oder Auffälligkeiten in der Muskelaktivierung an Ihren Beschwerden beteiligt sind.

Eine EMG-Untersuchung kann beispielsweise sinnvoll sein bei:

  • wiederkehrenden muskulären Verspannungen,
  • auffälligen Unterschieden zwischen rechter und linker Körperseite,
  • funktionellen Beschwerden bei bestimmten Bewegungen,
  • muskulären Defiziten nach Verletzungen oder längerer Entlastung,
  • Problemen bei der gezielten Aktivierung bestimmter Muskelgruppen,
  • Beschwerden im Zusammenhang mit Fehl- oder Überbelastungen,
  • der Beurteilung muskulärer Aktivität während standardisierter Bewegungsabläufe.

Auch bei länger bestehenden Beschwerden kann eine funktionelle Untersuchung hilfreich sein, wenn bildgebende Verfahren allein nicht erklären, warum Schmerzen bei bestimmten Bewegungen auftreten.

Was kann mit einem EMG gemessen werden?

Mit der Oberflächen-Elektromyographie können wir unterschiedliche Aspekte der Muskelaktivität untersuchen.

Muskelaktivität in Ruhe

Zunächst kann die elektrische Aktivität ausgewählter Muskeln in Ruhe erfasst werden. Dadurch lassen sich beispielsweise Unterschiede zwischen verschiedenen Muskelgruppen oder zwischen rechter und linker Körperseite darstellen.

Eine auffällige Aktivität bedeutet dabei nicht automatisch, dass sie die Ursache Ihrer Beschwerden ist. Die Ergebnisse werden deshalb immer im Zusammenhang mit der körperlichen Untersuchung bewertet.

Muskelaktivität bei Anspannung

Anschließend können wir untersuchen, wie sich die Muskelaktivität bei einer gezielten Anspannung verändert. Der Vergleich verschiedener Muskeln beziehungsweise beider Körperseiten kann Hinweise auf Unterschiede in der Aktivierung liefern.

Muskelaktivität bei Bewegung

Besonders interessant ist die Messung während standardisierter Bewegungsabläufe. Dadurch können wir beurteilen, wann bestimmte Muskeln aktiviert werden und wie verschiedene Muskelgruppen während einer Bewegung zusammenspielen.

So erhalten wir zusätzliche Informationen über die funktionelle Belastung des Bewegungsapparates.

Wie läuft eine EMG-Untersuchung im ROC ab?

Vor der Messung besprechen wir zunächst Ihre Beschwerden. Uns interessiert beispielsweise, wann die Schmerzen auftreten, welche Bewegungen Probleme verursachen und ob es bestimmte Belastungen gibt, bei denen sich die Beschwerden verstärken. Anschließend wählen wir die Muskelgruppen aus, die für die jeweilige Fragestellung untersucht werden sollen.

Für die Messung werden kleine Elektroden auf der Haut über den entsprechenden Muskeln angebracht. Die Untersuchung kann anschließend in mehreren Schritten erfolgen:

  1. Ruhetonusmessung
    Wir erfassen die Muskelaktivität in Ruhe und vergleichen die ausgewählten Muskelgruppen beziehungsweise Körperseiten miteinander.
  2. Messung bei gezielter Anspannung
    Sie aktivieren bestimmte Muskeln nach Anleitung. Dadurch können Unterschiede in der muskulären Ansteuerung sichtbar werden.
  3. Funktioneller Test
    Je nach Beschwerdebild führen Sie standardisierte Bewegungen aus. Dabei messen wir, wie sich die Aktivität der untersuchten Muskeln während der Bewegung verändert.

Die Messdaten werden anschließend ausgewertet und gemeinsam mit Ihrem orthopädischen Befund betrachtet.

Ist eine EMG-Untersuchung schmerzhaft?

Die bei ROC Ortho eingesetzte Oberflächen-Elektromyographie ist nicht invasiv. Die Elektroden werden lediglich auf die Haut aufgeklebt. Es werden keine Nadeln in den Muskel eingeführt und das Gewebe wird nicht verletzt. Die eigentliche Messung der Muskelaktivität ist daher schmerzfrei. Das ist ein wichtiger Unterschied zur Nadel-Elektromyographie, die insbesondere in der neurologischen Diagnostik eingesetzt werden kann.

Oberflächen-EMG oder Nadel-EMG: Was ist der Unterschied?

Der Begriff Elektromyographie wird für unterschiedliche Untersuchungsverfahren verwendet. Bei der Oberflächen-EMG wird die elektrische Aktivität eines Muskels über Elektroden auf der Haut erfasst. Diese Form der Elektromyographie setzen wir im ROC insbesondere zur funktionellen Beurteilung von Muskelaktivität, Seitenunterschieden und Bewegungsabläufen ein. Bei einer Nadel-Elektromyographie wird dagegen eine dünne Nadelelektrode direkt in den Muskel eingeführt. Dieses Verfahren wird insbesondere bei neurologischen Fragestellungen eingesetzt, beispielsweise zur weiterführenden Abklärung bestimmter Erkrankungen von Nerven und Muskeln. Die Oberflächen-EMG im ROC ersetzt deshalb keine neurologische Nadel-EMG, wenn eine entsprechende neurologische Fragestellung besteht.

Welche Vorteile bietet die Oberflächen-Elektromyographie?

Die EMG-Messung ermöglicht uns einen zusätzlichen Blick auf die Funktion der Muskulatur. Während beispielsweise Röntgen oder MRT vor allem anatomische beziehungsweise strukturelle Veränderungen darstellen, liefert die Oberflächen-EMG Informationen darüber, wie ausgewählte Muskeln tatsächlich aktiviert werden.

Zu den Merkmalen der Untersuchung gehören:

  • nicht-invasive Messung über Elektroden auf der Haut,
  • schmerzfreie Untersuchung,
  • objektive Darstellung der Muskelaktivität,
  • Vergleich zwischen rechter und linker Körperseite,
  • Messung in Ruhe und unter Aktivität,
  • Untersuchung während standardisierter Bewegungsabläufe,
  • unmittelbare Einbindung der Ergebnisse in die weitere Therapieplanung.

Die Elektromyographie ist dabei kein isoliertes Diagnoseverfahren. Ihre Aussagekraft entsteht vor allem in Kombination mit Anamnese, körperlicher Untersuchung und gegebenenfalls weiterer Diagnostik.

Von der EMG-Messung zur individuellen Therapie

Der Nutzen einer EMG-Untersuchung liegt für uns nicht allein in den Messwerten. Entscheidend ist, welche Konsequenzen sich daraus für Ihre weitere Behandlung ergeben. Zeigt sich beispielsweise, dass bestimmte Muskelgruppen bei einer Bewegung auffällig wenig oder im Seitenvergleich unterschiedlich aktiviert werden, können diese Erkenntnisse in die Therapieplanung einfließen. Daraus können sich beispielsweise gezielte Übungen für Kraft, Koordination und muskuläre Ansteuerung ergeben. Auch Belastungen am Arbeitsplatz, beim Sport oder im Alltag können berücksichtigt werden. Wenn eine physiotherapeutische Behandlung sinnvoll ist, können wir die Ergebnisse der funktionellen Diagnostik in die weitere Therapie einbeziehen und bei Bedarf mit ROC Physio abstimmen.

EMG bei ROC Ortho in Aschheim bei München

Bei ROC Ortho betrachten wir funktionelle Beschwerden nicht ausschließlich anhand von Bildern. Ein MRT oder Röntgen kann wichtige strukturelle Veränderungen sichtbar machen – beantwortet aber nicht jede Frage zur Funktion von Muskeln und Bewegungsabläufen. Die Oberflächen-Elektromyographie ergänzt deshalb bei ausgewählten Fragestellungen unsere orthopädische Diagnostik.

Wir setzen das EMG gezielt ein, wenn die Messung der Muskelaktivität zusätzliche Informationen für die Ursachenklärung und Therapieplanung liefern kann. Die Ergebnisse besprechen wir anschließend verständlich mit Ihnen und leiten daraus – wenn erforderlich – konkrete Maßnahmen für Therapie, Training, Arbeitsplatz oder Sport ab.

ROC Ortho
Privatpraxis für Orthopädie
St.-Emmeram-Str. 5
85609 Aschheim

E-Mail: praxis@roc-ortho.de
Telefon: +49 89 46259930

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Dienstag07:30 – 18 Uhr
Mittwoch07:30 – 20 Uhr
Donnerstag07:30 – 18 Uhr
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Häufige Fragen zur Elektromyographie (EMG)

Was ist ein EMG?

EMG steht für Elektromyographie. Mit diesem Verfahren wird die elektrische Aktivität von Muskeln gemessen und als Elektromyogramm dargestellt. Bei ROC Ortho verwenden wir eine nicht-invasive Oberflächen-EMG mit Elektroden auf der Haut.

Was kann man mit einem EMG feststellen?

Mit einer Oberflächen-Elektromyographie können wir die Aktivität ausgewählter Muskeln untersuchen. Dabei lassen sich beispielsweise Unterschiede zwischen den Körperseiten sowie Auffälligkeiten bei der Muskelaktivierung in Ruhe, bei Anspannung oder während bestimmter Bewegungsabläufe darstellen.

Ist eine Elektromyographie schmerzhaft?

Die Oberflächen-EMG im ROC ist schmerzfrei. Die Elektroden werden von außen auf die Haut aufgeklebt. Es werden keine Nadeln in den Muskel eingeführt.

Wie läuft eine EMG-Untersuchung ab?

Nach einem Gespräch über Ihre Beschwerden werden Elektroden über den zu untersuchenden Muskeln angebracht. Anschließend messen wir die Muskelaktivität beispielsweise in Ruhe, bei gezielter Anspannung und während standardisierter Bewegungsabläufe.

Wie lange dauert eine EMG-Untersuchung?

Die Dauer hängt davon ab, welche Muskelgruppen untersucht werden und welche funktionellen Tests für Ihre Beschwerden erforderlich sind. Neben der eigentlichen Messung gehören auch die Vorbereitung und die Auswertung der Ergebnisse zur Untersuchung.

Was ist der Unterschied zwischen Oberflächen-EMG und Nadel-EMG?

Bei der Oberflächen-EMG wird die Muskelaktivität über Elektroden auf der Haut gemessen. Bei einer Nadel-EMG wird eine dünne Elektrode direkt in den Muskel eingeführt. Das Nadel-EMG wird insbesondere bei bestimmten neurologischen Fragestellungen eingesetzt und ist nicht mit der funktionellen Oberflächen-EMG im ROC gleichzusetzen.

Wann ist eine EMG-Untersuchung sinnvoll?

Eine Oberflächen-EMG kann sinnvoll sein, wenn muskuläre Dysbalancen, Seitenunterschiede oder Auffälligkeiten bei der Muskelaktivierung als Teil der Beschwerden vermutet werden. Ob die Untersuchung für Ihre Situation einen diagnostischen Mehrwert bietet, prüfen wir individuell.