Ratgeber | 28. August 2026

Bandscheibenvorfall Lendenwirbelsäule: Was Sie wissen sollten

Ein Bandscheibenvorfall der LWS kann weit mehr als Rückenschmerzen verursachen. Die Lendenwirbelsäule trägt täglich einen großen Teil unseres Körpergewichts und ist beim Sitzen, Heben, Tragen, Sport und vielen Bewegungen hohen Belastungen ausgesetzt. Wird eine Bandscheibe geschädigt und eine Nervenwurzel gereizt, spüren Sie die Beschwerden deshalb häufig nicht nur im unteren Rücken.

Typische Symptome bei einem Bandscheibenvorfall der LWS sind Schmerzen, die vom unteren Rücken ins Gesäß, in den Oberschenkel, die Wade oder bis in den Fuß ausstrahlen. Auch Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Kraftverlust können auftreten und den Alltag deutlich einschränken – etwa beim Treppensteigen, Autofahren, längeren Sitzen oder Schlafen.

Viele Patientinnen und Patienten kommen deshalb mit der Frage zu uns: „Was kann ich bei einem Bandscheibenvorfall der LWS tun – und brauche ich eine Operation?“

Bei ROC Ortho im Regenerativen Centrum in Aschheim bei München betrachten wir einen Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule nicht isoliert. Wir prüfen, welche Nervenwurzel betroffen ist, ob Beschwerden und MRT-Befund zusammenpassen und welche Bewegungen die Symptome verstärken oder lindern. Auf dieser Grundlage entwickeln wir eine individuelle Bandscheibenvorfall-LWS-Behandlung mit dem Ziel, Schmerzen zu reduzieren, den Nerv zu entlasten und Ihre Beweglichkeit und Belastbarkeit zurückzugewinnen. Eine Operation ist dabei nicht automatisch notwendig. Viele Bandscheibenvorfälle der LWS lassen sich zunächst konservativ behandeln. Entscheidend ist, neurologische Warnzeichen frühzeitig zu erkennen und die Therapie an Ihren individuellen Befund anzupassen.

Was passiert bei einem Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule?

Zwischen den Wirbelkörpern der Lendenwirbelsäule liegen die Bandscheiben. Sie bestehen aus einem äußeren Faserring und einem weicheren, gallertartigen Kern. Die Bandscheiben verteilen Belastungen, ermöglichen Beweglichkeit und wirken wie Stoßdämpfer zwischen den Wirbelkörpern. Bei einem Bandscheibenvorfall der LWS tritt Bandscheibengewebe durch geschwächte oder eingerissene Bereiche des Faserrings nach außen. Verlagert sich das Gewebe in Richtung Wirbelkanal oder Nervenaustrittsöffnung, kann es dort eine Nervenwurzel reizen oder einengen.

Die typischen Bandscheibenvorfall-LWS-Symptome entstehen jedoch nicht ausschließlich durch mechanischen Druck. Auch entzündliche Prozesse rund um die Nervenwurzel können erhebliche Schmerzen verursachen. Deshalb sagt die Größe eines Bandscheibenvorfalls im MRT allein wenig darüber aus, wie stark Ihre Beschwerden sein müssen. Ein kleiner Bandscheibenvorfall kann an einer ungünstigen Stelle starke Beinschmerzen und neurologische Symptome verursachen. Umgekehrt sehen wir auch größere Bandscheibenvorfälle, die vergleichsweise wenige Beschwerden auslösen. Für eine erfolgreiche Bandscheibenvorfall-LWS-Behandlung müssen somit MRT-Befund, neurologische Untersuchung und Ihre tatsächlichen Symptome zusammen betrachtet werden.

Warum betrifft ein Bandscheibenvorfall häufig L4/L5 oder L5/S1?

Ein Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule tritt besonders häufig in den unteren Segmenten L4/L5 und L5/S1 auf. Diese Bereiche müssen im Alltag hohe mechanische Belastungen aufnehmen und gleichzeitig viel Bewegung ermöglichen.

Beim Bücken, Heben, Drehen oder längeren Sitzen wirken erhebliche Kräfte auf die unteren Bandscheiben. Gleichzeitig verändert sich das Bandscheibengewebe im Laufe des Lebens: Es verliert Flüssigkeit und Elastizität und kann dadurch anfälliger für Einrisse und Verlagerungen werden.

Verschiedene Faktoren können die Belastung der Lendenwirbelsäule zusätzlich erhöhen:

  • lange Sitzzeiten und wenig Positionswechsel,
  • fehlende oder unzureichende Rumpfstabilität,
  • wiederkehrendes schweres Heben und Tragen,
  • einseitige Belastungen im Beruf oder Sport,
  • Übergewicht,
  • Rauchen,
  • frühere Verletzungen und wiederkehrende Beschwerden der Lendenwirbelsäule.

Nicht jeder dieser Faktoren führt automatisch zu einem Bandscheibenvorfall. Häufig kommen mehrere Einflüsse zusammen.

Wenn Sie sich bei Schmerzen der Lendenwirbelsäule fragen „Was tun?“, ist deshalb zunächst eine andere Frage entscheidend: Handelt es sich um lokale Rückenschmerzen oder ist bereits eine Nervenwurzel beteiligt? Davon hängt ab, welche Bandscheibenvorfall-LWS-Therapie sinnvoll ist.

Bandscheibenvorfall-LWS-Symptome: Woran erkennen Sie eine Nervenreizung?

Nicht jeder Schmerz im unteren Rücken ist ein Bandscheibenvorfall. Muskuläre Beschwerden bleiben häufig stärker auf den Rücken begrenzt. Wird dagegen eine Nervenwurzel gereizt, können Schmerzen und Missempfindungen entlang des entsprechenden Nervenverlaufs bis ins Bein oder in den Fuß ziehen.

Typische Symptome eines Bandscheibenvorfalls der LWS sind:

  • Schmerzen im unteren Rücken,
  • Schmerzen, die ins Gesäß oder Bein ausstrahlen,
  • brennende, stechende oder elektrisierende Beinschmerzen,
  • Kribbeln oder „Ameisenlaufen“ im Bein oder Fuß,
  • Taubheitsgefühle,
  • Kraftverlust im Bein oder Fuß,
  • Beschwerden beim Husten, Niesen oder Pressen,
  • eine schmerzbedingte Schonhaltung.

Welche Symptome auftreten, hängt unter anderem davon ab, welche Nervenwurzel betroffen ist.

Bei einem Bandscheibenvorfall L4/L5 kann beispielsweise die Nervenwurzel L5 betroffen sein. Beschwerden können dann über die Außenseite des Beins bis in Richtung Fußrücken und Großzehe ausstrahlen. Auch Schwierigkeiten beim Anheben des Fußes können auftreten.

Bei einem Bandscheibenvorfall L5/S1 kann die Nervenwurzel S1 gereizt werden. Typisch können Schmerzen über die Rückseite des Beins sowie Beschwerden im Bereich des äußeren Fußes sein. Auch der Zehenstand kann bei stärkerer motorischer Beteiligung erschwert sein.

Diese Verteilung liefert uns wichtige diagnostische Hinweise, ersetzt jedoch keine neurologisch-orthopädische Untersuchung. Bei ROC Ortho prüfen wir deshalb unter anderem Muskelkraft, Reflexe, Sensibilität und Nervenfunktion und vergleichen diese Ergebnisse mit Ihren Beschwerden und der Bildgebung.

Bandscheibenvorfall LWS oder Ischias: Was ist der Unterschied?

Die Begriffe Bandscheibenvorfall und Ischias werden häufig gleichgesetzt. Sie beschreiben jedoch nicht dasselbe. Ein Bandscheibenvorfall bezeichnet eine strukturelle Veränderung der Bandscheibe. „Ischias“ beschreibt dagegen typischerweise Schmerzen entlang des Ischiasnervs beziehungsweise seiner Nervenwurzeln.

Ein Bandscheibenvorfall der LWS kann Ischiasschmerzen verursachen – er ist aber nicht die einzige mögliche Ursache. Deshalb prüfen wir bei ausstrahlenden Beinschmerzen zunächst, wo die Nervenreizung tatsächlich entsteht, bevor wir eine Bandscheibenvorfall-LWS-Behandlung einleiten.

Warnzeichen beim Bandscheibenvorfall LWS: Wann Sie sofort ärztliche Hilfe benötigen

Viele Bandscheibenvorfälle der LWS lassen sich ohne Operation behandeln. Bestimmte Symptome dürfen Sie jedoch nicht abwarten, weil sie auf eine ausgeprägte Nervenkompression hinweisen können.

Suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe bei:

  • neu auftretenden Störungen der Blasen- oder Darmentleerung,
  • Taubheitsgefühlen im Genital-, Damm- oder Gesäßbereich,
  • neu auftretenden oder zunehmenden Lähmungserscheinungen im Bein oder Fuß,
  • deutlich zunehmender Muskelschwäche,
  • starken Rückenschmerzen nach einem Unfall,
  • Rückenschmerzen in Verbindung mit Fieber oder ausgeprägtem Krankheitsgefühl.

Gerade bei zunehmender Lähmung oder Veränderungen der Blasen- und Darmfunktion zählt Zeit. In diesen Situationen steht nicht mehr die reguläre konservative Bandscheibenvorfall-LWS-Behandlung im Vordergrund, sondern eine sofortige medizinische Abklärung.

Bestehen dagegen Rückenschmerzen oder ausstrahlende Beinschmerzen ohne solche Warnzeichen, bleibt in vielen Fällen Zeit für eine sorgfältige Diagnostik und eine individuell geplante konservative Therapie.

Diagnostik bei Bandscheibenvorfall LWS: Erst verstehen, dann gezielt behandeln

Eine erfolgreiche Bandscheibenvorfall-LWS-Behandlung beginnt mit einer genauen Diagnose. Deshalb möchten wir bei ROC Ortho zunächst verstehen, wie Ihre Beschwerden entstanden sind: Seit wann bestehen die Schmerzen? Ziehen sie vom unteren Rücken ins Bein oder bis in den Fuß? Welche Bewegungen verschlechtern die Beschwerden und welche Positionen bringen Entlastung? Gab es einen konkreten Auslöser wie schweres Heben, Sport, eine längere Autofahrt oder eine ungewohnt lange Sitzphase?

Anschließend untersuchen wir die Lendenwirbelsäule und die neurologische Funktion. Dabei prüfen wir unter anderem Beweglichkeit, Muskelkraft, Reflexe, Sensibilität und Nervendehnung. Auch Becken, Hüfte und angrenzende Strukturen beziehen wir ein. Denn nicht jeder Schmerz im unteren Rücken entsteht tatsächlich durch einen Bandscheibenvorfall der LWS. Auch Facettengelenke, Iliosakralgelenk oder Muskulatur können ähnliche Beschwerden verursachen oder zusätzlich beteiligt sein. Je nach Befund ergänzen wir die Diagnostik durch bildgebende Verfahren. Ein MRT der Lendenwirbelsäule zeigt Bandscheiben, Nervenwurzeln, Wirbelkanal und mögliche Engstellen ohne Röntgenstrahlung. Bei ROC Ortho steht dafür auch unser offenes MRT in Aschheim zur Verfügung, das insbesondere für Patientinnen und Patienten mit Platzangst eine angenehmere Alternative sein kann.

Nicht jeder Rückenschmerz benötigt sofort ein MRT. Bei ausstrahlenden Schmerzen, Taubheitsgefühlen, Kraftverlust, einem unklaren Verlauf oder vor bestimmten interventionellen Behandlungen kann die MRT-Diagnostik jedoch wichtige Informationen für die weitere Bandscheibenvorfall-LWS-Behandlung liefern.

Warum MRT-Befund und Beschwerden bei einem Bandscheibenvorfall LWS nicht immer zusammenpassen

Viele Patientinnen und Patienten kommen mit einem MRT-Befund zu uns, in dem Begriffe wie Protrusion, Extrusion, Sequester, Osteochondrose oder Spinalkanalstenose stehen. Solche Formulierungen können zunächst beunruhigend wirken. Entscheidend ist jedoch nicht der Begriff auf dem Befundbogen, sondern ob die Veränderung tatsächlich zu Ihren Beschwerden passt.

Ein Bandscheibenvorfall der LWS wird für die Therapie vor allem dann relevant, wenn Lage und betroffene Nervenwurzel mit Schmerzverlauf und neurologischer Untersuchung übereinstimmen.

Ein Bandscheibenvorfall auf der rechten Seite erklärt beispielsweise Schmerzen ausschließlich im linken Bein in der Regel nicht ausreichend. Eine Arthrose der kleinen Wirbelgelenke verursacht wiederum eher lokale Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule und nicht zwangsläufig Kribbeln oder Taubheitsgefühle bis in den Fuß.

Deshalb betrachten wir bei ROC Ortho MRT-Bilder nie isoliert. Wir führen Bildgebung, körperliche Untersuchung, neurologischen Befund und Ihre tatsächlichen Beschwerden zusammen.

Bei wiederkehrenden Schmerzen der Lendenwirbelsäule können zusätzlich Haltung und Bewegungsmuster eine Rolle spielen. Bei entsprechender Fragestellung kann eine 4D-Wirbelsäulenvermessung Hinweise auf Beckenstellung, Körperstatik und funktionelle Fehlbelastungen liefern.

Bandscheibenvorfall-LWS-Behandlung: Welche Therapie ist sinnvoll?

Welche Behandlung bei einem Bandscheibenvorfall der LWS sinnvoll ist, hängt von mehreren Faktoren ab: Wie stark sind die Schmerzen? Strahlen sie ins Bein aus? Bestehen Taubheitsgefühle oder Kraftverlust? Wie lange halten die Beschwerden bereits an? Und wie stark sind Alltag, Beruf oder Sport eingeschränkt?

In vielen Fällen lässt sich ein Bandscheibenvorfall der LWS zunächst ohne Operation behandeln. Die konservative Bandscheibenvorfall-LWS-Behandlung zielt darauf ab, Schmerzen und Nervenreizung zu reduzieren, Beweglichkeit zu erhalten und die Belastbarkeit Schritt für Schritt wieder aufzubauen.

TherapieansatzZielKann infrage kommen bei
Schmerz- und Entzündungsbehandlungakute Beschwerden reduzieren und Bewegung ermöglichenakuten Schmerzen ohne schwere neurologische Ausfälle
Physiotherapie und EigenübungenBeweglichkeit, Stabilität und Belastbarkeit verbessernakuten und länger bestehenden LWS-Beschwerden
Bildgestützte Infiltration / PRTgereizte Nervenwurzel gezielt behandelnanhaltenden ausstrahlenden Beinschmerzen bei passendem Befund
Behandlung weiterer Schmerzquellenzusätzliche Beschwerden gezielt reduzierenz. B. begleitenden Facettengelenks- oder ISG-Beschwerden
Operationkomprimierte Nervenstrukturen entlastenbestimmten neurologischen Ausfällen oder erfolgloser konservativer Behandlung

Bei ROC Ortho legen wir die Bandscheibenvorfall-LWS-Behandlung nicht nach einem festen Schema fest. Wir wählen die einzelnen Behandlungsschritte anhand Ihrer Beschwerden, des neurologischen Befunds und der Bildgebung aus.

Unser Ziel ist dabei nicht, eine Operation um jeden Preis zu vermeiden. Wir möchten die Behandlung wählen, die medizinisch sinnvoll ist und Ihnen eine möglichst sichere Rückkehr in Alltag, Beruf und Bewegung ermöglicht.

Bandscheibenvorfall LWS ohne OP behandeln: konservativ heißt nicht passiv

Viele Patientinnen und Patienten möchten ihren Bandscheibenvorfall der LWS ohne Operation behandeln. Das ist in vielen Fällen möglich. Konservative Behandlung bedeutet jedoch nicht, wochenlang zu liegen und auf Besserung zu warten.

Eine kurze Entlastung kann in einer starken akuten Schmerzphase sinnvoll sein. Längere Bettruhe ist dagegen meist nicht das Ziel. Bewegung in einer verträglichen Dosierung hilft dabei, Beweglichkeit zu erhalten und einen zunehmenden Verlust von Muskelkraft zu vermeiden.

Die konservative Bandscheibenvorfall-LWS-Behandlung kann je nach Befund mehrere Bausteine umfassen:

  • ärztlich abgestimmte Schmerz- und Entzündungsbehandlung,
  • entlastende Positionen und Wärme bei muskulärer Schutzspannung,
  • gezielte Physiotherapie,
  • schrittweiser Aufbau von Rumpf-, Gesäß- und Hüftmuskulatur,
  • angepasste Mobilisation bei ausstrahlenden Beschwerden,
  • ergonomische Anpassungen für Arbeitsplatz und Alltag,
  • gezielte Infiltrationen bei entsprechender Indikation.

Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt von Ihrem individuellen Bandscheibenvorfall ab. Eine akut gereizte Nervenwurzel benötigt eine andere Behandlung als überwiegend lokale LWS-Schmerzen durch Facettengelenke oder muskuläre Überlastung.

Durch die enge Zusammenarbeit von ROC Ortho und ROC Physio können wir Diagnostik und aktive Rehabilitation aufeinander abstimmen und die Behandlung im Verlauf an Ihre Belastbarkeit anpassen.

Übungen bei Bandscheibenvorfall LWS: Was können Sie selbst tun?

Viele Betroffene suchen nach Übungen für einen Bandscheibenvorfall der LWS. Ein allgemeines Übungsprogramm für jeden Bandscheibenvorfall gibt es jedoch nicht. Welche Bewegungen sinnvoll sind, hängt unter anderem davon ab, welche Nervenwurzel betroffen ist und wie stark die Beschwerden aktuell ausgeprägt sind.

Gerade in der akuten Phase gilt: Sie müssen Ihren Rücken nicht „wegtrainieren“. Ziel ist zunächst, Bewegungen zu finden, die den Nerv nicht zusätzlich reizen.

Drei einfache Prinzipien können bei einem Bandscheibenvorfall der LWS hilfreich sein:

  • Entlasten: Eine Stufenlagerung kann bei akuten Beschwerden als angenehm empfunden werden. Dabei liegen Sie auf dem Rücken und lagern die Unterschenkel erhöht, beispielsweise auf einem Stuhl.
  • Bewegen: Sanfte Bewegungen der Lendenwirbelsäule können helfen, längere starre Schonhaltungen zu vermeiden.
  • Stabilisieren: Sobald die akute Schmerzphase nachlässt, kann die Rumpf- und Gesäßmuskulatur schrittweise wieder aktiviert und aufgebaut werden.

Achten Sie dabei besonders auf die Ausstrahlung. Zieht der Schmerz während oder nach einer Übung zunehmend weiter ins Bein oder bis in den Fuß, sollte die Belastung reduziert werden. Nehmen gleichzeitig Taubheitsgefühle oder Muskelschwäche zu, empfehlen wir eine erneute ärztliche Abklärung.

Umgekehrt kann es ein günstiges Zeichen sein, wenn sich ausstrahlende Beschwerden zunehmend aus dem Bein in Richtung Rücken zurückziehen. Dieses Phänomen wird als Zentralisation bezeichnet.

Welche Bandscheibenvorfall-LWS-Übungen für Sie persönlich geeignet sind, besprechen wir idealerweise nach Untersuchung und Diagnostik.

PRT bei Bandscheibenvorfall LWS: Wenn der Nerv weiter gereizt bleibt

Bei einem Bandscheibenvorfall der LWS können starke Beinschmerzen entstehen, wenn eine Nervenwurzel mechanisch und entzündlich gereizt wird. Bleiben diese Beschwerden trotz konservativer Behandlung bestehen, kann bei passendem Befund eine gezielte Infiltration infrage kommen. Eine Möglichkeit ist die periradikuläre Therapie, kurz PRT. Dabei werden Medikamente gezielt in die Nähe der betroffenen Nervenwurzel gebracht. Ziel ist es, die lokale Entzündungsreaktion und damit die ausstrahlenden Schmerzen zu reduzieren. Wichtig ist die richtige Einordnung: Eine PRT entfernt den Bandscheibenvorfall nicht. Sie kann jedoch dazu beitragen, die gereizte Nervenwurzel zu beruhigen und dadurch wieder mehr Bewegung, Schlaf und aktive Rehabilitation zu ermöglichen.

Bei ROC Ortho können wir eine PRT bei entsprechender Indikation MRT-gestützt durchführen. Dadurch lässt sich die betroffene Region gezielt behandeln, ohne die für eine CT-Steuerung erforderliche Röntgenstrahlung. Nicht jeder Bandscheibenvorfall der LWS benötigt eine PRT. Vor einer solchen Behandlung prüfen wir, ob Schmerzverlauf, neurologischer Befund und MRT tatsächlich auf dieselbe Nervenwurzel hinweisen. Entstehen die Schmerzen dagegen überwiegend aus den kleinen Wirbelgelenken, können andere Infiltrationstherapien sinnvoller sein. Genau deshalb ist die genaue Diagnose für uns entscheidend: Wir behandeln nicht einfach „die Lendenwirbelsäule“, sondern möglichst gezielt die Struktur, die Ihre Beschwerden verursacht.

Facettengelenke, ISG und Arthrose: Nicht jeder LWS-Schmerz ist ein Bandscheibenvorfall

Nicht jeder starke Schmerz im unteren Rücken entsteht durch einen Bandscheibenvorfall der LWS. Auch die kleinen Wirbelgelenke der Lendenwirbelsäule, das Iliosakralgelenk (ISG), Muskulatur oder verschleißbedingte Veränderungen können ähnliche Beschwerden verursachen. Eine Arthrose der Facettengelenke zeigt sich beispielsweise häufig durch Schmerzen beim längeren Stehen, Aufrichten oder Rückwärtsneigen. Beschwerden des Iliosakralgelenks sitzen dagegen oft tiefer im Bereich von Beckenkamm und Gesäß und können ebenfalls in die Umgebung ausstrahlen. Für die Bandscheibenvorfall-LWS-Behandlung ist diese Unterscheidung entscheidend. Eine gereizte Nervenwurzel durch Bandscheibengewebe benötigt eine andere Therapie als ein schmerzhaftes Facettengelenk oder eine Funktionsstörung des ISG.

Bei ROC Ortho prüfen wir deshalb nicht nur die Bandscheibe, sondern auch angrenzende Strukturen. Je nach Ursache können beispielsweise Physiotherapie, manuelle Medizin oder gezielte Infiltrationen sinnvoll sein. Bei bestimmten chronischen Facettengelenksbeschwerden kann nach entsprechender Diagnostik auch eine Denervierung infrage kommen.

Bandscheibenvorfall LWS: Wann ist eine Operation notwendig?

Viele Patientinnen und Patienten suchen gezielt nach einer „Bandscheibenvorfall LWS Behandlung ohne OP“. Tatsächlich lassen sich viele Bandscheibenvorfälle der Lendenwirbelsäule zunächst konservativ behandeln. Eine Operation kann jedoch notwendig werden, wenn die Nervenkompression zu deutlichen oder zunehmenden neurologischen Ausfällen führt. Auch anhaltende starke Nervenschmerzen, die sich trotz konsequenter konservativer Behandlung nicht ausreichend bessern, können Anlass für eine operative Abklärung sein. Besonders dringlich sind zunehmende Lähmungserscheinungen sowie Störungen der Blasen- oder Darmfunktion. In diesen Situationen sollte nicht weiter abgewartet werden.

Bei ROC Ortho betrachten wir die Entscheidung für oder gegen eine Operation deshalb differenziert. Unser Ziel ist nicht, eine Bandscheibenvorfall-Operation grundsätzlich zu vermeiden. Wir möchten unnötige Eingriffe vermeiden, gleichzeitig aber den Zeitpunkt erkennen, an dem eine operative Entlastung der Nerven medizinisch sinnvoll oder notwendig wird. Bei länger bestehenden Beschwerden nach einer Wirbelsäulenoperation oder bestimmten chronischen Nervenreizungen können je nach Befund auch spezialisierte Verfahren wie der Racz-Katheter geprüft werden.

Was können Sie selbst bei einem Bandscheibenvorfall der LWS tun?

Ein Bandscheibenvorfall der LWS bedeutet nicht, dass Sie Ihren Rücken dauerhaft schonen müssen. Die Lendenwirbelsäule benötigt Bewegung, Muskulatur und schrittweise wieder zunehmende Belastung. Entscheidend ist die richtige Dosierung. Gerade in der akuten Phase empfehlen wir, Bewegungen an Ihren Beschwerden auszurichten. Sie müssen den Rücken weder vollständig ruhigstellen noch versuchen, die Schmerzen durch intensives Training zu überwinden.

Für den Alltag können folgende Maßnahmen hilfreich sein:

  • Gehen Sie regelmäßig kurze Strecken, sofern die Schmerzen im Bein dadurch nicht deutlich zunehmen.
  • Wechseln Sie beim Arbeiten häufiger zwischen Sitzen, Stehen und Gehen.
  • Vermeiden Sie in der akuten Phase schweres Heben und ruckartige Bewegungen unter Last.
  • Heben Sie Gegenstände möglichst körpernah und vermeiden Sie gleichzeitiges starkes Beugen und Drehen.
  • Nutzen Sie Wärme, wenn muskuläre Verspannungen im Vordergrund stehen.
  • Wählen Sie beim Schlafen eine Position, in der Rücken- und Beinschmerzen möglichst gering sind.
  • Beobachten Sie Kribbeln, Taubheitsgefühle und Muskelkraft im Verlauf.

Besonders wichtig: Nehmen Taubheitsgefühle oder Kraftverlust zu oder treten neue neurologische Beschwerden auf, sollten Sie nicht einfach weitertrainieren. Lassen Sie die Veränderung ärztlich kontrollieren.

Wirbelsäulentherapie im ROC: Behandlung nach Ihrem individuellen Befund

Ein Bandscheibenvorfall der LWS lässt sich nicht nach einem festen Schema behandeln. Während bei einer Patientin zunächst die akute Nervenreizung im Vordergrund steht, benötigt ein anderer Patient vor allem gezielten Muskelaufbau. Bei starken ausstrahlenden Beinschmerzen kann wiederum eine Infiltration sinnvoll sein. Deshalb entsteht die Bandscheibenvorfall-LWS-Behandlung bei ROC Ortho aus der Kombination von Beschwerden, körperlicher Untersuchung, neurologischem Befund und – wenn erforderlich – Bildgebung.

Je nach Befund können verschiedene Bausteine miteinander kombiniert werden:

  • Schmerz- und Entzündungsbehandlung,
  • Physiotherapie und gezielter Belastungsaufbau,
  • manuelle Medizin bei zusätzlichen funktionellen Beschwerden,
  • bildgestützte Infiltrationen oder PRT bei Nervenwurzelreizung,
  • weitere wirbelsäulennahe Verfahren bei entsprechender Indikation,
  • Verlaufskontrollen von Kraft, Sensibilität und Belastbarkeit.

Regenerative Verfahren können bei ausgewählten orthopädischen Begleitbefunden ebenfalls eine Rolle spielen. Bei einem akuten Bandscheibenvorfall der LWS steht jedoch zunächst eine andere Frage im Mittelpunkt: Ist eine Nervenwurzel lediglich gereizt oder besteht eine relevante Kompression mit neurologischen Ausfällen?

Diese Einordnung entscheidet darüber, wie wir die weitere Bandscheibenvorfall-LWS-Behandlung planen.

Das Ärzte-Team

Dr. Daniel Filesch

Dr. med. Daniel Filesch

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

Dr. Martina Berger

Martina Berger

Ärztin für regenerative orthopädische Verfahren

Dr. med. Edan Manos

Dr. med. Edan Manos

Arzt für regenerative orthopädische Verfahren

Dr. Patrick Heine

Patrick Heine

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

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Häufige Fragen zum Bandscheibenvorfall LWS

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