Pedobarographie und Ganganalyse

Wie belasten Sie Ihre Füße im Stand? Wie rollen Sie Ihre Füße beim Gehen ab? Und gibt es Unterschiede zwischen der rechten und linken Seite?

Mit unserer digitalen Fußdruckmessung können wir diese Belastungsmuster sichtbar machen. Die Pedobarographie ergänzt die orthopädische Untersuchung im ROC und liefert uns objektive Informationen darüber, wie Ihre Füße im Stand und beim Gehen belastet werden. Dabei betrachten wir nicht nur einzelne Messwerte. Entscheidend ist, ob die Ergebnisse zu Ihren Beschwerden, Ihrer Bewegung und den übrigen Untersuchungsbefunden passen.

Was ist eine Pedobarographie?

Die Pedobarographie wird auch als digitale Fußdruckmessung bezeichnet. Druckempfindliche Sensoren erfassen, wie sich die Belastung unter Ihren Fußsohlen verteilt. Die Ergebnisse werden anschließend als farbige Druckdarstellung auf dem Bildschirm angezeigt.

So können wir unter anderem beurteilen:

  • wie sich Ihr Gewicht auf beide Füße verteilt
  • welche Bereiche besonders stark oder wenig belastet werden
  • wie Ihre Füße beim Gehen abrollen
  • ob sich die Belastung des rechten und linken Fußes unterscheidet
  • welchen Verlauf der Druckschwerpunkt unter dem Fuß nimmt
  • ob bestimmte Bereiche beim Stehen oder Gehen stärker belastet werden

Die Pedobarographie zeigt uns, wie Ihre Füße tatsächlich belastet werden. Die Ursache einer Auffälligkeit lässt sich daraus jedoch nicht automatisch ableiten. Deshalb gehört die Messung bei uns immer zu einer ärztlichen Gesamtbeurteilung.

Fußdruckmessung im Stand und beim Gehen

Je nach Fragestellung führen wir die Pedobarographie im Stand, beim Gehen oder in beiden Situationen durch.

Statische Fußdruckmessung

Bei der statischen Messung stehen Sie ruhig auf unserer Messplattform. Dabei sehen wir, wie sich Ihr Körpergewicht auf beide Füße und auf die verschiedenen Bereiche der Fußsohlen verteilt.

Die Messung kann beispielsweise zeigen:

  • ob ein Fuß stärker belastet wird als der andere
  • ob die Belastung eher auf dem Vorfuß oder der Ferse liegt
  • ob sich der Druckschwerpunkt verlagert
  • ob ein asymmetrisches Standmuster besteht

Dynamische Fußdruckmessung

Bei der dynamischen Messung gehen Sie in Ihrem gewohnten Tempo über die Messfläche. Die Sensoren zeichnen auf, wie sich der Druck während des Bodenkontakts verändert und wie der Fuß von der Ferse bis zu den Zehen abrollt.

Dadurch können wir Belastungsunterschiede erkennen, die im ruhigen Stand möglicherweise nicht sichtbar sind.

Pedobarographie und Ganganalyse: Was ist der Unterschied?

Die Begriffe Pedobarographie und Ganganalyse werden häufig gemeinsam verwendet, bedeuten jedoch nicht genau dasselbe.

Die Pedobarographie konzentriert sich auf die Druckverteilung unter den Füßen. Sie bildet damit einen wichtigen Teil der funktionellen Ganganalyse ab.

Bei einer weiterführenden Ganganalyse betrachten wir zusätzlich das Zusammenspiel von Füßen, Beinachsen, Knien, Hüfte, Becken und Oberkörper. Je nach Fragestellung können wir die Fußdruckmessung deshalb mit weiteren Untersuchungen im ROC kombinieren.

Wann setzen wir die Pedobarographie ein?

Eine Fußdruckmessung kann bei unterschiedlichen Beschwerden und Fragestellungen sinnvoll sein, beispielsweise bei:

  • Schmerzen an Fußsohle, Ferse, Mittelfuß oder Vorfuß
  • Beschwerden beim Stehen, Gehen oder Laufen
  • auffälligem Abrollverhalten
  • vermuteten Fehl- oder Überbelastungen
  • wiederkehrenden Druckstellen oder Schwielen
  • Belastungsunterschieden zwischen dem rechten und linken Fuß
  • Beschwerden nach Verletzungen oder Operationen
  • sportorthopädischen Fragestellungen
  • der Überprüfung vorhandener Einlagen
  • der Planung einer möglichen Einlagenversorgung
  • Verlaufskontrollen nach einer therapeutischen Anpassung

Auch bei Beschwerden an Knie, Hüfte oder Rücken kann die Fußdruckmessung ergänzende Hinweise liefern. Ein auffälliges Belastungsmuster bedeutet jedoch nicht automatisch, dass dort die Ursache der Beschwerden liegt.

Kombination mit der 4D-Wirbelsäulenvermessung

Im ROC können wir die Pedobarographie bei entsprechender Fragestellung mit unserer 4D-Wirbelsäulenvermessung verbinden. Während die Pedobarographie die Druckverteilung unter den Füßen erfasst, liefert die 4D-Wirbelsäulenvermessung ergänzende Informationen zur Körperhaltung, zum Becken und zu den Beinachsen. So können wir unterschiedliche Bereiche des Bewegungsapparates gemeinsam betrachten. Entscheidend bleibt aber auch hier die ärztliche Einordnung: Nicht jede messbare Abweichung verursacht Beschwerden oder muss behandelt werden.

So läuft die Pedobarographie bei uns ab

Am Anfang steht ein Gespräch. Wir möchten wissen, wo Ihre Beschwerden auftreten, wann sie stärker werden und ob sie sich beim Stehen, Gehen oder Laufen verändern. Auch Ihre berufliche Belastung, sportliche Aktivitäten, Schuhe und bereits vorhandene Einlagen können für die Beurteilung wichtig sein. Danach untersuchen wir Ihre Füße und betrachten bei Bedarf auch Ihre Beinachsen, Gelenke und Ihr Gangbild.

Für die statische Messung stehen Sie ruhig auf der mit Sensoren ausgestatteten Messfläche. Bei der dynamischen Untersuchung gehen Sie mehrmals in Ihrem gewohnten Tempo über die Plattform. So können wir ein möglichst typisches Belastungsmuster erfassen. Anschließend sehen wir uns die Ergebnisse gemeinsam mit Ihnen an. Wir erklären, welche Auffälligkeiten erkennbar sind und wie diese zu Ihren Beschwerden und den übrigen Untersuchungsbefunden passen.

Was folgt nach der Untersuchung?

Die Pedobarographie liefert uns zusätzliche Informationen, aber keine automatische Therapieempfehlung. Erst aus dem Zusammenspiel von Beschwerden, körperlicher Untersuchung und Messergebnissen ergibt sich, ob und welche Maßnahmen sinnvoll sind.

Je nach Befund können wir beispielsweise besprechen:

  • ob Belastung oder Training angepasst werden sollten
  • welche physiotherapeutischen Übungen sinnvoll sein können
  • ob Kraft, Koordination oder Beweglichkeit gezielt trainiert werden sollten
  • ob Schuhe oder vorhandene Einlagen überprüft werden sollten
  • ob eine angepasste Einlagenversorgung infrage kommt
  • ob weitere orthopädische Untersuchungen notwendig sind

Unser Ziel ist nicht, jede Abweichung zu behandeln. Wir konzentrieren uns auf die Befunde, die für Ihre Beschwerden und Ihren Alltag tatsächlich relevant sind.

Ganganalyse im ROC

Bei der Ganganalyse betrachten wir nicht nur die Belastung unter den Füßen, sondern den Bewegungsablauf beim Gehen. Dabei achten wir unter anderem darauf, wie Sie auftreten, abrollen und das Gewicht von einem Bein auf das andere verlagern.

Je nach Fragestellung beurteilen wir:

  • das Aufsetzen und Abrollen der Füße
  • Unterschiede zwischen der rechten und linken Seite
  • die Verteilung der Belastung während des Gehens
  • die Spur und Stellung der Füße
  • das Zusammenspiel von Füßen und Beinachsen
  • mögliche Ausweich- oder Schonmuster
  • Veränderungen des Gangbilds durch Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen

Bei Bedarf kombinieren wir die Ganganalyse mit der Pedobarographie und unserer 4D-Wirbelsäulenvermessung. Dadurch können wir neben der Fußbelastung weitere funktionelle Aspekte wie Körperhaltung, Beckenposition und Beinachsen in die Beurteilung einbeziehen.

Die Ganganalyse zeigt uns, wie Sie sich unter Belastung bewegen. Sie kann jedoch nicht allein feststellen, wodurch eine Auffälligkeit verursacht wird. Deshalb gleichen wir die Ergebnisse immer mit Ihren Beschwerden, der körperlichen Untersuchung und gegebenenfalls weiteren diagnostischen Befunden ab.

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ROC Ortho
Privatpraxis für Orthopädie
St.-Emmeram-Str. 5
85609 Aschheim

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Telefon: +49 89 46259930

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Montag07:30 – 18 Uhr
Dienstag07:30 – 18 Uhr
Mittwoch07:30 – 20 Uhr
Donnerstag07:30 – 18 Uhr
Freitag07:30 – 15 Uhr

Häufige Fragen zur Pedobarographie

Ist die Fußdruckmessung schmerzhaft?

Nein. Die Pedobarographie ist schmerzfrei, nicht invasiv und kommt ohne Röntgenstrahlung aus.

Muss ich für die Messung barfuß sein?

Die Messung auf unserer Druckmessplattform erfolgt in der Regel ohne Schuhe. Genauere Hinweise erhalten Sie bei der Terminvereinbarung.

Sollte ich meine Schuhe und Einlagen mitbringen?

Ja. Bringen Sie am besten die Schuhe mit, die Sie häufig tragen oder in denen Ihre Beschwerden auftreten. Wenn Sie bereits Einlagen verwenden, sollten Sie diese ebenfalls zur Untersuchung mitbringen.

Erkennt die Pedobarographie eine Fußfehlstellung?

Die Messung kann auffällige Druck- und Belastungsmuster darstellen. Ob eine Fußfehlstellung besteht und welche Bedeutung sie hat, beurteilen wir anhand der körperlichen Untersuchung und gegebenenfalls weiterer Befunde.

Ist eine auffällige Druckverteilung behandlungsbedürftig?

Nicht unbedingt. Auffällige Messwerte können auch ohne Beschwerden vorkommen. Eine Behandlung ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Messergebnisse, Ihre Beschwerden und die übrigen Untersuchungsbefunde zusammenpassen.

Kann die Messung die Ursache von Knie- oder Rückenschmerzen feststellen?

Die Pedobarographie kann Belastungsunterschiede sichtbar machen, die für die weitere Untersuchung relevant sind. Sie kann jedoch nicht allein nachweisen, dass Knie-, Hüft- oder Rückenbeschwerden durch die Füße verursacht werden.

Können vorhandene Einlagen überprüft werden?

Die Fußdruckmessung kann Hinweise darauf geben, wie sich die Belastung mit oder ohne Einlagen verändert. Ob eine Anpassung erforderlich ist, beurteilen wir im Zusammenhang mit Ihren Beschwerden und der körperlichen Untersuchung.

Kann die Pedobarographie wiederholt werden?

Ja. Da die Untersuchung ohne Röntgenstrahlung auskommt, kann sie bei einer entsprechenden Fragestellung wiederholt werden. Dabei berücksichtigen wir, dass unter anderem Gehgeschwindigkeit, Schmerzen und Tagesform das Ergebnis beeinflussen können.