Ratgeber | 13. Oktober 2026

Achillessehnenentzündung: Ihre Heilung gezielt fördern

Eine Achillessehnenentzündung heilt häufig nicht allein durch Schonung oder Abwarten. Die Achillessehne braucht vor allem eine Belastung, die zu ihrer aktuellen Belastbarkeit passt, einen gezielten Trainingsaufbau und – bei anhaltenden Beschwerden – eine Diagnose, die die Ursache der Schmerzen möglichst genau einordnet.

Viele Patientinnen und Patienten kommen zu uns ins ROC Regeneratives Centrum in Aschheim bei München, nachdem sie bereits unterschiedliche Maßnahmen ausprobiert haben: weniger Sport, Kühlen, Dehnen, neue Schuhe, Einlagen oder entzündungshemmende Medikamente. Häufig wird der Schmerz dadurch kurzfristig besser, kehrt aber beim Joggen, Treppensteigen, Golfen, Wandern oder nach längeren Arbeitstagen wieder zurück. Genau hier beginnt für uns die eigentliche Behandlung einer Achillessehnenentzündung. Wir betrachten nicht nur die schmerzende Sehne selbst, sondern auch die Belastungskette vom Fuß über Sprunggelenk und Wade bis zu Knie und Hüfte. Denn Fußstellung, Beweglichkeit, Muskelkraft, Gangbild und Trainingssteuerung können entscheidend dazu beitragen, warum eine Achillessehne dauerhaft gereizt bleibt.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie eine Achillessehnenentzündung typischerweise verläuft, welche Symptome auftreten können, welche Übungen sinnvoll sind, was Sie selbst zu Hause tun können und wann eine orthopädische Untersuchung notwendig wird.

Warum reagiert die Achillessehne so empfindlich?

Die Achillessehne ist die stärkste Sehne des menschlichen Körpers. Sie verbindet die Wadenmuskulatur mit dem Fersenbein und überträgt große Kräfte auf den Fuß.

Sie wird praktisch bei jedem Schritt belastet. Besonders hoch ist die Beanspruchung beim:

  • Gehen und schnellen Gehen
  • Treppensteigen
  • Bergaufgehen
  • Joggen und Sprinten
  • Springen
  • Richtungswechseln
  • Abstoßen über den Vorfuß

Eine Achillessehnenentzündung entsteht häufig dann, wenn die Belastung der Sehne über einen längeren Zeitraum höher ist als ihre aktuelle Regenerations- und Anpassungsfähigkeit. Typisch ist nicht unbedingt ein einzelnes Ereignis. Viel häufiger entwickelt sich der Schmerz schleichend.

Beispiele dafür sind:

  • der plötzliche Einstieg ins Lauftraining
  • eine deutliche Steigerung der Laufkilometer
  • mehr Intervalltraining oder Sprints
  • zusätzliche Bergläufe
  • mehrere intensive Sporteinheiten hintereinander
  • ein Wechsel auf andere Schuhe oder einen ungewohnten Untergrund
  • ein Trainingslager oder Urlaub mit deutlich mehr Bewegung als sonst

Die Achillessehne reagiert auf solche Belastungsspitzen häufig verzögert. Manche Betroffene merken während des Trainings zunächst wenig – am nächsten Morgen sind die ersten Schritte dagegen deutlich schmerzhaft.

Achillessehnenentzündung oder Achillessehnen-Tendinopathie?

Der Begriff „Achillessehnenentzündung“ wird im Alltag sehr häufig verwendet. Medizinisch ist er jedoch nicht immer ganz präzise.

Vor allem bei Beschwerden, die bereits seit mehreren Wochen oder Monaten bestehen, liegt häufig keine reine akute Entzündung vor. Stattdessen sprechen Fachleute eher von einer Achillessehnen-Tendinopathie.

Dabei kann sich die Struktur der Sehne verändern. Möglich sind beispielsweise:

  • Verdickung der Achillessehne
  • veränderte Kollagenstruktur
  • reduzierte Belastbarkeit
  • erhöhte Schmerzempfindlichkeit
  • Veränderungen der Sehnenorganisation
  • wiederkehrende Reizzustände nach Belastung

Das ist therapeutisch wichtig. Denn bei einer chronischen Achillessehnenentzündung beziehungsweise Tendinopathie reicht es meist nicht aus, ausschließlich Entzündungshemmer zu verwenden oder die Sehne langfristig zu schonen. Ein zentraler Bestandteil der Behandlung ist häufig ein systematischer Belastungsaufbau.

Was kann ich bei einer frischen Achillessehnenentzündung selbst tun?

Wenn die Beschwerden neu aufgetreten sind und keine Hinweise auf einen Achillessehnenriss bestehen, können Sie die ersten Tage nutzen, um die Belastung gezielt anzupassen.

Ursachen einer Achillessehnenentzündung

Die Ursache einer Achillessehnenentzündung ist häufig multifaktoriell. Das bedeutet: Nicht ein einzelner Faktor ist verantwortlich, sondern mehrere Belastungen wirken zusammen.

Trainingsfehler und Überlastung

Besonders häufig entstehen Achillessehnenschmerzen nach einer schnellen Veränderung des Trainings.

Typische Auslöser sind:

  • zu schnelle Steigerung des Laufumfangs
  • zusätzliche Tempoläufe
  • mehr Bergtraining
  • häufige Sprinteinheiten
  • viele Sprünge
  • intensive Stop-and-go-Sportarten

Sportarten wie Tennis, Padel, Fußball, Basketball oder Handball belasten die Achillessehne besonders stark, weil Beschleunigungen, Richtungswechsel und Sprünge häufig aufeinanderfolgen.

Schwache oder wenig belastbare Wadenmuskulatur

Die Wadenmuskulatur übernimmt einen wesentlichen Teil der Kraftübertragung auf die Achillessehne. Ist die Muskulatur nicht ausreichend belastbar, kann die Sehne bei intensiver Aktivität relativ stark beansprucht werden. Deshalb spielt gezieltes Krafttraining der Wadenmuskulatur bei vielen Patientinnen und Patienten eine wichtige Rolle.

Eingeschränkte Beweglichkeit des Sprunggelenks

Auch die Beweglichkeit des Sprunggelenks kann Einfluss auf die Belastung der Achillessehne haben. Ist beispielsweise die Dorsalflexion – also das Hochziehen des Fußes in Richtung Schienbein – eingeschränkt, können sich Bewegungsabläufe beim Gehen, Laufen oder Treppensteigen verändern.

Schuhe und Untergrund

Neue Laufschuhe sind nicht automatisch besser oder schlechter für die Achillessehne. Entscheidend ist, wie stark sich die Belastung im Vergleich zur bisherigen Gewohnheit verändert. Auch sehr harte, ungewohnte oder stark wechselnde Untergründe können eine Rolle spielen.

Bei Beschwerden lohnt sich deshalb ein Blick auf:

  • Schuhmodell
  • Sprengung
  • Dämpfung
  • Verschleißzustand
  • Trainingsuntergrund
  • Häufigkeit der Nutzung

Fußstellung und Gangbild

Fußstellung und Bewegungsablauf können ebenfalls Einfluss auf die Belastung der Achillessehne haben. Dabei sollte jedoch nicht vorschnell von einer bestimmten Fußform auf die Ursache geschlossen werden. Entscheidend ist, wie der Fuß unter Belastung arbeitet und welche Bewegungsmuster tatsächlich vorliegen. Bei entsprechenden Fragestellungen kann eine Pedobarographie oder Ganganalyse zusätzliche Informationen liefern.

Symptome einer Achillessehnenentzündung

Die Symptome einer Achillessehnenentzündung entwickeln sich häufig schleichend. Ein besonders typisches Zeichen ist der sogenannte Anlaufschmerz. Die ersten Schritte morgens oder nach längerem Sitzen sind unangenehm. Die Achillessehne fühlt sich steif, fest oder verkürzt an. Nach einigen Minuten Bewegung können die Beschwerden zunächst nachlassen. Dieses Muster ist für viele Betroffene typisch.

Weitere häufige Symptome sind:

  • Schmerzen oberhalb der Ferse
  • Schmerzen direkt am Achillessehnenansatz
  • Druckempfindlichkeit
  • morgendliche Steifigkeit
  • Ziehen beim Treppensteigen
  • Schmerzen beim Joggen
  • Schmerzen beim Bergaufgehen
  • Beschwerden beim Abstoßen über den Vorfuß
  • Verdickung der Achillessehne
  • Schwellung im Bereich der Ferse
  • reduzierte Belastbarkeit der Wade

Achillessehnenentzündung beim Laufen

Laufen zählt zu den häufigsten Situationen, in denen Beschwerden an der Achillessehne auffallen.

Typischerweise beginnt der Schmerz:

  • zu Beginn des Laufens
  • nach einigen Kilometern
  • bei Tempowechseln
  • beim Bergauflaufen
  • nach dem Training
  • am nächsten Morgen

Ein häufiges Muster ist, dass sich die Sehne während des Laufens zunächst „einläuft“. Das kann dazu verleiten, trotz Beschwerden weiterzutrainieren. Das ist nicht automatisch gefährlich, aber die Belastungsreaktion sollte ernst genommen werden. Wenn die Beschwerden nach jeder Laufeinheit stärker werden oder die morgendliche Steifigkeit zunimmt, ist die Trainingsbelastung wahrscheinlich höher als die aktuelle Belastbarkeit der Sehne.

Achillessehnenentzündung an der Ferse: Ansatznahe Beschwerden

Nicht jede Achillessehnenentzündung liegt an derselben Stelle. Bei der ansatznahen Achillessehnen-Tendinopathie befinden sich die Schmerzen direkt dort, wo die Sehne am Fersenbein ansetzt.

Typisch sind:

  • Druckschmerzen hinten an der Ferse
  • Beschwerden in festen Schuhen
  • Schmerzen beim Bergaufgehen
  • Schmerzen bei tiefer Beugung im Sprunggelenk
  • Reizung bei starker Dehnung der Achillessehne

Bei dieser Form muss das Training häufig etwas anders gesteuert werden als bei Beschwerden im mittleren Sehnenabschnitt.

Warum ist die genaue Lokalisation wichtig?

Die Position der Beschwerden beeinflusst unter anderem:

  • welche Übungen sinnvoll sind
  • wie stark die Sehne gedehnt werden sollte
  • welche Bewegungsamplitude beim Krafttraining geeignet ist
  • welche Schuhe angenehm sind
  • ob bestimmte Stoßwellenverfahren infrage kommen
  • wie hoch die Belastung zunächst dosiert werden sollte

Gerade bei einer ansatznahen Achillessehnen-Tendinopathie kann eine sehr starke Dehnung in bestimmten Phasen zusätzliche Beschwerden provozieren. Deshalb sollte eine allgemeine Empfehlung wie „Achillessehne dehnen“ nicht automatisch auf jede Form von Achillessehnenschmerz übertragen werden.

Wann sollten Achillessehnenschmerzen ärztlich abgeklärt werden?

Nicht jeder Schmerz an der Achillessehne erfordert sofort eine umfangreiche Diagnostik.

Eine orthopädische Untersuchung ist jedoch sinnvoll, wenn:

  • die Beschwerden länger als einige Wochen anhalten
  • Schmerzen trotz Belastungsanpassung zunehmen
  • eine deutliche Verdickung der Sehne entsteht
  • die Achillessehne wiederholt anschwillt
  • normales Gehen zunehmend schmerzhaft wird
  • Sie nicht mehr auf die Zehenspitzen kommen
  • ein plötzlicher stechender Schmerz auftritt
  • Sie einen Knall oder ein Reißen gespürt haben
  • die Kraft im betroffenen Bein plötzlich deutlich reduziert ist
  • die Beschwerden nach Einnahme bestimmter Medikamente begonnen haben

Ein plötzliches Schnappen oder Reißen mit deutlichem Kraftverlust kann auf eine Achillessehnenruptur hinweisen und sollte zeitnah abgeklärt werden. Gerade bei länger bestehenden Beschwerden lohnt sich eine genaue Diagnose, bevor über Wochen weiter gedehnt, geschont oder trainiert wird. Denn eine Achillessehnenentzündung ist nicht immer nur ein einfaches Überlastungsproblem – und die richtige Behandlung hängt stark davon ab, welcher Sehnenabschnitt betroffen ist, wie belastbar die Sehne noch ist und welche Faktoren die Beschwerden zusätzlich beeinflussen.

Wie lange dauert eine Achillessehnenentzündung?

„Wie lange dauert eine Achillessehnenentzündung?“ gehört zu den häufigsten Fragen bei Achillessehnenbeschwerden. Eine allgemeingültige Heilungsdauer gibt es allerdings nicht.

Wie schnell sich die Achillessehne erholt, hängt unter anderem davon ab,

  • wie lange die Beschwerden bereits bestehen,
  • welcher Abschnitt der Achillessehne betroffen ist,
  • wie ausgeprägt die strukturellen Veränderungen sind,
  • welche Belastung im Alltag und beim Sport auftritt,
  • wie gut die Sehne aktuell belastbar ist,
  • ob Begleiterkrankungen oder weitere Risikofaktoren bestehen,
  • wie konsequent Belastung und Training angepasst werden.

Eine kurzfristige Überlastungsreaktion kann sich vergleichsweise schnell beruhigen. Eine chronische Achillessehnen-Tendinopathie benötigt dagegen häufig einen deutlich längeren Behandlungs- und Trainingszeitraum. Gerade Sehnen passen sich langsamer an Trainingsreize an als Muskulatur. Deshalb ist es wichtig, eine erste Schmerzverbesserung nicht mit vollständiger Heilung oder wiederhergestellter Belastbarkeit gleichzusetzen. Wer nach einigen guten Tagen sofort zum bisherigen Laufpensum, Sprinttraining oder intensiven Sport zurückkehrt, kann die Achillessehne erneut überfordern.

Ein realistisches Therapieziel lautet deshalb nicht ausschließlich „möglichst schnell schmerzfrei“. Wichtige Fortschritte sind auch:

  • weniger Morgensteifigkeit,
  • geringerer Anlaufschmerz,
  • höhere Belastbarkeit beim Gehen,
  • bessere Kraft beim Fersenheben,
  • weniger Beschwerden am Tag nach dem Training,
  • schrittweise Rückkehr zu Sport und Alltag.

Akute oder chronische Achillessehnenentzündung: Was bedeutet das für die Dauer?

Der Verlauf einer Achillessehnen-Tendinopathie ist individuell. Trotzdem hilft die Unterscheidung verschiedener Situationen bei der Therapieplanung:

SituationMöglicher VerlaufSchwerpunkt
Frische Beschwerden nach ungewohnter Belastungkönnen sich bei frühzeitiger Belastungsanpassung vergleichsweise schnell beruhigenBelastung anpassen und kontrollierte Bewegung erhalten
Wiederkehrende Achillessehnenschmerzenhäufig längerer Verlauf mit wechselnder BeschwerdeintensitätBelastungsursachen identifizieren und Belastbarkeit systematisch aufbauen
Chronische Achillessehnen-Tendinopathiehäufig längerfristiger Trainings- und Therapieprozessstrukturiertes Krafttraining und gegebenenfalls weiterführende Diagnostik
Verdacht auf Teilruptur oder Achillessehnenrissakute Verletzung mit eigenständigem Behandlungswegzeitnahe orthopädische Diagnostik und gezielte Versorgung

Wichtig: Eine lange Beschwerdedauer bedeutet nicht automatisch, dass die Achillessehne nicht mehr behandelbar ist. Bei chronischen Sehnenbeschwerden braucht die Anpassung häufig einfach mehr Zeit und einen konsequenten Belastungsaufbau.

Diagnostik bei Achillessehnenentzündung: Erst untersuchen, dann gezielt behandeln

Bei einer Achillessehnenentzündung liefert bereits die körperliche Untersuchung wichtige Informationen. Wir möchten unter anderem wissen:

Wo genau liegt der Schmerz? Wann tritt er auf? Wie reagiert die Sehne morgens? Welche sportlichen oder beruflichen Belastungen bestehen? Wurde das Trainingspensum verändert? Ist die Wadenkraft auf beiden Seiten vergleichbar?

Je nach Befund kann anschließend eine bildgebende Untersuchung sinnvoll sein.

Achillessehnenentzündung behandeln: Was hilft wirklich?

Die Behandlung einer Achillessehnenentzündung richtet sich nach Dauer, Lokalisation, strukturellem Befund und individueller Belastung. Eine Läuferin mit einer mittigen Achillessehnen-Tendinopathie benötigt möglicherweise ein anderes Trainingsprogramm als ein Patient mit Schmerzen direkt am Achillessehnenansatz. Trotzdem gibt es ein zentrales Prinzip:

Die Achillessehne braucht Belastung – aber die richtige Belastung.

Langfristige vollständige Schonung ist bei einer Tendinopathie in der Regel ebenso wenig zielführend wie das unveränderte Fortsetzen einer Belastung, die immer wieder starke Beschwerden provoziert.

Achillessehnenentzündung: Welche Übungen sind sinnvoll?

Übungen gehören bei vielen Formen der Achillessehnen-Tendinopathie zu den wichtigsten Bestandteilen der Behandlung. Im Mittelpunkt steht insbesondere der Aufbau der Wadenmuskulatur und der Belastbarkeit der Achillessehne. Dabei kommen je nach Befund unterschiedliche Trainingsformen infrage. Neben exzentrischem Training werden heute auch andere Formen des progressiven Krafttrainings eingesetzt. Entscheidend ist weniger ein einziges „perfektes“ Übungsprogramm als eine Belastung, die ausreichend Trainingsreiz bietet und gleichzeitig individuell verträglich bleibt.

Typische Übungen bei Achillessehnenentzündung sind beispielsweise:

  • beidbeinige Wadenheber,
  • einbeinige Wadenheber,
  • Wadenheben mit gestrecktem Knie,
  • Wadenheben mit leicht gebeugtem Knie,
  • langsames Krafttraining mit zunehmendem Widerstand,
  • später sportartspezifische Übungen und Sprungbelastungen.

Die Belastung wird abhängig von Beschwerden und Trainingsfortschritt schrittweise erhöht.

Einfache Übung: Wadenheben bei Achillessehnenschmerzen

Als Einstieg kann bei entsprechender Belastbarkeit ein kontrollierter Wadenheber geeignet sein:

  1. Stellen Sie sich aufrecht hin und halten Sie sich bei Bedarf an einer Wand oder Stuhllehne fest.
  2. Heben Sie beide Fersen langsam vom Boden.
  3. Halten Sie die obere Position kurz.
  4. Senken Sie die Fersen kontrolliert wieder ab.
  5. Wiederholen Sie die Bewegung langsam.

Beginnen Sie mit einer Belastung und Wiederholungszahl, die Ihre Achillessehne gut toleriert. Im weiteren Verlauf können Wiederholungszahl, einbeinige Ausführung oder zusätzliches Gewicht zur Steigerung genutzt werden.

Physiotherapie bei Achillessehnenentzündung

Bei länger bestehenden Achillessehnenschmerzen kann eine gezielte Physiotherapie helfen, den Belastungsaufbau zu strukturieren.

Dabei geht es nicht ausschließlich darum, die Achillessehne zu behandeln. Je nach Befund können beispielsweise berücksichtigt werden:

  • Kraft der Wadenmuskulatur,
  • Beweglichkeit des Sprunggelenks,
  • Belastbarkeit des gesamten Beins,
  • Fuß- und Beinachsenkontrolle,
  • Gleichgewicht und Koordination,
  • Lauf- und Bewegungsmuster,
  • schrittweiser Wiedereinstieg in den Sport.

Bei ROC Physio kann das Training entsprechend der individuellen Belastbarkeit aufgebaut und im Verlauf gesteigert werden.

Bandage bei Achillessehnenentzündung: Hilft sie?

Viele Betroffene suchen nach einer Achillessehnen-Bandage, weil sie die schmerzende Sehne im Alltag entlasten möchten. Eine Bandage kann subjektiv als angenehm empfunden werden und durch Kompression oder das Gefühl zusätzlicher Unterstützung helfen. Sie behebt jedoch nicht automatisch die Ursache einer Achillessehnen-Tendinopathie und ersetzt keinen gezielten Belastungsaufbau. Wir betrachten eine Bandage deshalb eher als mögliche ergänzende Maßnahme als als eigentliche Therapie.

Einlagen bei Achillessehnenentzündung

Auch Einlagen werden bei Achillessehnenschmerzen häufig empfohlen. Sie sind jedoch nicht für jede Achillessehnenentzündung automatisch notwendig. Wenn Fußstellung, Druckverteilung oder Bewegungsmuster möglicherweise zur individuellen Belastungssituation beitragen, prüfen wir zunächst, ob eine entsprechende Versorgung überhaupt sinnvoll ist. Unser Ziel ist nicht, jedem Patienten mit Achillessehnenentzündung pauschal Einlagen zu verschreiben. Entscheidend ist, ob sich aus Untersuchung und funktioneller Diagnostik eine nachvollziehbare Indikation ergibt.

Achillessehnenentzündung: Welche Hausmittel können helfen?

Wer Schmerzen an der Achillessehne bemerkt, sucht häufig zunächst nach Hausmitteln gegen Achillessehnenentzündung. Bei einer leichten Überlastungsreaktion können einfache Maßnahmen tatsächlich dabei helfen, Beschwerden vorübergehend zu reduzieren.

Wichtig ist jedoch: Hausmittel behandeln nicht automatisch die Ursache einer Achillessehnen-Tendinopathie. Wenn die Sehne immer wieder durch dieselbe Belastung überfordert wird, reichen Kühlen, Salben oder Bandagen häufig nicht aus.

Sinnvoll können je nach Situation insbesondere folgende Maßnahmen sein:

  • Belastung vorübergehend reduzieren und besonders schmerzhafte Aktivitäten vermeiden
  • die Achillessehne nach stärkerer Belastung kurz kühlen, wenn dies als angenehm empfunden wird
  • bei morgendlicher Steifigkeit Wärme oder sanfte Bewegung ausprobieren
  • auf aggressive Dehnung in den Schmerz hinein verzichten
  • sportliche Belastungen vorübergehend durch besser verträgliche Aktivitäten ersetzen
  • geeignete Schuhe tragen und Veränderungen bei Schuhwerk oder Trainingsuntergrund berücksichtigen

Ziel ist nicht, die Achillessehne vollständig ruhigzustellen. Vielmehr sollte die Belastung so angepasst werden, dass sich die Beschwerden beruhigen und anschließend wieder ein gezielter Belastungsaufbau möglich wird.

Achillessehnenentzündung: Kühlen oder wärmen?

Auch die Frage „Achillessehnenentzündung – kühlen oder wärmen?“ wird uns häufig gestellt. Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht.

Kälte kann nach Belastung kurzfristig als angenehm empfunden werden und Schmerzen reduzieren. Wenn Sie kühlen möchten, sollten Sie ein Kühlpad nicht direkt auf die Haut legen und die Anwendung zeitlich begrenzen.

Wärme kann dagegen insbesondere bei morgendlicher Steifigkeit oder verspannter Wadenmuskulatur als angenehm empfunden werden.

Entscheidend ist jedoch: Weder Kälte noch Wärme erhöhen allein die langfristige Belastbarkeit der Achillessehne. Beide Maßnahmen sind deshalb eher symptomorientierte Ergänzungen. Für die nachhaltige Behandlung einer Achillessehnenentzündung bleibt ein kontrollierter Belastungs- und Kraftaufbau wesentlich wichtiger.

Sollte man eine Achillessehnenentzündung dehnen?

Dehnen gehört zu den häufigsten Selbsthilfemaßnahmen bei Schmerzen an der Achillessehne. Gerade hier ist allerdings Vorsicht sinnvoll. Eine sanfte Mobilisation der Wade und des Sprunggelenks kann angenehm sein. Starkes Dehnen der Achillessehne bis in den Schmerz hinein ist dagegen nicht automatisch hilfreich. Besonders bei einer ansatznahen Achillessehnenentzündung direkt am Fersenbein kann eine starke Dehnung die Sehne zusätzlich komprimieren. Das gilt insbesondere für Übungen, bei denen die Ferse weit unter das Niveau des Vorfußes abgesenkt wird. Deshalb empfehlen wir nicht pauschal: „Achillessehne entzündet? Mehr dehnen.“ Welche Beweglichkeit sinnvoll trainiert werden sollte, hängt von Lokalisation und Befund ab.

Welche Rolle spielen Schmerzmittel bei Achillessehnenentzündung?

Bei stärkeren Beschwerden können Schmerzmittel kurzfristig Teil einer ärztlich abgestimmten Behandlung sein. Sie lösen jedoch nicht automatisch das zugrunde liegende Belastungsproblem. Gerade wenn Medikamente die Beschwerden deutlich reduzieren, besteht die Gefahr, die Achillessehne zu früh wieder stärker zu belasten. Deshalb sollten Schmerzfreiheit und Belastbarkeit nicht gleichgesetzt werden. Auch Kortisoninjektionen im Bereich der Achillessehne erfordern eine besonders sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung. Die Entscheidung für Medikamente oder Injektionen sollte deshalb individuell und abhängig vom Befund getroffen werden.

Stoßwellentherapie bei Achillessehnenentzündung

Wenn Achillessehnenschmerzen trotz angepasster Belastung und strukturiertem Training länger bestehen bleiben, können zusätzliche Therapieverfahren diskutiert werden. Eine Möglichkeit ist die Stoßwellentherapie bei ROC Ortho.

Bei der extrakorporalen Stoßwellentherapie werden mechanische Impulse von außen in das zu behandelnde Gewebe eingebracht. Das Verfahren wird unter anderem bei verschiedenen chronischen Sehnenbeschwerden eingesetzt.

Ob eine Stoßwellentherapie bei einer Achillessehnen-Tendinopathie sinnvoll ist, hängt unter anderem davon ab,

  • wo die Beschwerden lokalisiert sind,
  • wie lange sie bereits bestehen,
  • welche strukturellen Veränderungen vorliegen,
  • welche Behandlungen bereits durchgeführt wurden,
  • wie die Sehne auf ein konsequentes Trainingsprogramm reagiert.

Entscheidend ist für uns deshalb nicht allein die Diagnose „Achillessehnenentzündung“, sondern der konkrete Befund.

Welche Behandlung passt zu welchem Befund bei Achillessehnenentzündung?

Die beste Behandlung einer Achillessehnenentzündung folgt nicht einem Trend, sondern dem individuellen Befund. Eine ansatznahe Achillessehnen-Tendinopathie verhält sich anders als eine mittige Tendinopathie. Eine gereizte Bursa benötigt eine andere Belastungssteuerung als eine seit Monaten verdickte Achillessehne. Auch ein Teilriss oder eine strukturell stärker geschädigte Sehne verlangt ein anderes Vorgehen als eine frische Überlastungsreaktion.

Deshalb kombinieren wir bei ROC Ortho klinische Untersuchung, Funktionsprüfung und – wenn sinnvoll – Bildgebung, bevor wir einen Therapieplan festlegen.

TherapiebausteinWann er sinnvoll sein kannWichtige Grenze
BelastungssteuerungGrundlage bei fast jeder Form von AchillessehnenbeschwerdenDauerhafte Schonung allein stellt die Belastbarkeit nicht wieder her
Gezielte ÜbungenBei reduzierter Wadenkraft, wiederkehrender Reizung und eingeschränkter BelastbarkeitDosierung und Bewegungsumfang müssen zum Befund passen
PhysiotherapieBei Kraftdefiziten, eingeschränkter Beweglichkeit oder Unsicherheit im BelastungsaufbauPassive Maßnahmen allein ersetzen kein aktives Training
Bandage, Tape oder FersenkeilAls zeitlich begrenzte Unterstützung im AlltagKeine dauerhafte Lösung ohne aktiven Belastungsaufbau
StoßwellentherapieBei länger bestehenden Beschwerden und passender IndikationWirkung ist individuell und sollte mit Training kombiniert werden
PRP-EigenbluttherapieBei ausgewählten chronischen Verläufen nach genauer DiagnostikDatenlage ist nicht einheitlich, keine Garantie auf Beschwerdefreiheit
OperationBei bestimmten strukturellen Schäden oder langfristig erfolgloser konservativer TherapieNur nach klarer Indikationsstellung und Ausschöpfung geeigneter konservativer Möglichkeiten

Behandlung der Achillessehnenentzündung im ROC

Im ROC Regeneratives Centrum in Aschheim bei München untersuchen wir nicht nur die schmerzende Stelle.

Wir möchten verstehen:

  • welcher Abschnitt der Achillessehne betroffen ist,
  • ob zusätzliche Strukturen wie Schleimbeutel oder Fersenbein eine Rolle spielen,
  • welche Belastung die Beschwerden provoziert,
  • wie leistungsfähig Wade und Sprunggelenk aktuell sind,
  • ob Bewegungsmuster oder Fußdruck relevant sein können,
  • welche Therapien bereits durchgeführt wurden,
  • welches Belastungsniveau Sie im Alltag oder Sport wieder erreichen möchten.

Je nach Befund kann die Behandlung aus konservativer Orthopädie, gezielter Physiotherapie, progressivem Krafttraining, Stoßwellentherapie oder ausgewählten orthobiologischen Verfahren bestehen. Entscheidend ist für uns nicht, möglichst viele Maßnahmen gleichzeitig einzusetzen, sondern die richtige Therapie zum richtigen Zeitpunkt. Wenn Ihre Achillessehne seit mehreren Wochen schmerzt, wiederholt anschwillt oder Sie trotz Trainingspause immer wieder ausbremst, kann eine gezielte orthopädische Untersuchung sinnvoll sein.

Heilung bei Achillessehnenentzündung bedeutet mehr als Schmerzfreiheit

Viele Patientinnen und Patienten verbinden Heilung mit einem einfachen Ziel: Der Schmerz soll verschwinden. Bei einer Achillessehnen-Tendinopathie reicht das jedoch nicht aus. Eine Sehne kann sich im Alltag bereits deutlich besser anfühlen und trotzdem noch nicht belastbar genug für längere Läufe, Sprints, Sprünge oder schnelle Richtungswechsel sein.

Deshalb bedeutet erfolgreiche Behandlung für uns:

  • weniger Morgensteifigkeit,
  • geringere Schmerzen bei Alltagsbelastung,
  • bessere Wadenkraft,
  • bessere Belastbarkeit beim Fersenheben,
  • sichere Rückkehr zu Gehen und Treppensteigen,
  • schrittweise Rückkehr zu Sport,
  • weniger Reaktion am Tag nach der Belastung.

Das eigentliche Ziel lautet also nicht nur „Schmerz reduzieren“, sondern die Achillessehne wieder belastbarer zu machen.

Das Ärzte-Team

Dr. Daniel Filesch

Dr. med. Daniel Filesch

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

Dr. Martina Berger

Martina Berger

Ärztin für regenerative orthopädische Verfahren

Dr. med. Edan Manos

Dr. med. Edan Manos

Arzt für regenerative orthopädische Verfahren

Dr. Patrick Heine

Patrick Heine

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

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ROC Ortho
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Häufige Fragen zur Achillessehnenentzündung

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